Vaskuläre Biologie und Arteriosklerose
Körperliches Übergewicht ist mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität an kardiovaskulären Erkrankungen, insbesondere atherothrombotischen Ereignissen (akuter Myokardinfarkt, Schlaganfall) assoziiert. Fettgewebe produziert als endokrines Organ zahlreiche Moleküle, welche die Entwicklung der Atherosklerose und ihrer Komplikationen direkt beeinflussen.
Das Interesse der Arbeitsgruppe konzentriert sich unter anderem auf Mechanismen, über welche das Adipozytenhormon Leptin die Neointimabildung und Atherothrombose modifiziert. In diesem Zusammenhang wird auch die Beteiligung hämatopoetischer Vorläuferzellen aus dem Knochenmark am vaskulären Wundheilungsprozess und die Bedeutung humaner Endothelvorläuferzellen für die Re-Endothelialisierung neointimaler Gefäßläsionen oder die Blutgefässneubildung analysiert.
Untersuchungen zum zeitlichen Ablauf der dynamischen Prozesse Thrombose, Fibrinolyse und Rekanalisation oder der zellulären und strukturellen Zusammensetzung einer Neointima werden am Mausmodell einer chemisch-induzierten arteriellen Endothelverletzung durchgeführt, wobei neben Wildtyptieren auch hypercholesterinämische Apolipoprotein E- bzw. LDL-Rezeptor-Knockoutmäuse als Tiermodelle der Atherosklerose bzw. ob/ob- und db/db-Mäuse als Tiermodell für Übergewicht und Diabetes zum Einsatz kommen.
Zelllinien (z.B. HUVEC, HASMC) oder Primärzellen (glatte Gefäßmuskelzellen, Thrombozyten, Endothelvorläuferzellen) und funktionelle Assays zur Untersuchung von Zellproliferation, -migration, -adhäsion oder Angiogenese (Matrigel- und Sphäroid-Angiogenese-Assays) dienen der Überprüfung der in vivo erhobenen Befunde. Spezifische Pathomechanismen werden auf Protein- (Immunhistochemie, Immunfluoreszenz, Western Blot, ELISA, Durchflusszytometrie) und mRNA-Ebene (PCR, in situ-Hybridisierung) untersucht und mit Hilfe von Signaltransduktionsinhibitoren, RNA-Interferenz, funktionsblockierenden Antikörpern und Gentransfer getestet.
Um die Befunde im Tiermodell oder kultivierten Zellen in klinisch relevante Pathomechanismen zu übertragen, werden die in der Grundlagenforschung gewonnenen Erkenntnisse auch an menschlichen Gefäßläsionen oder Blutproben überprüft.

Arbeitsgruppenleitung
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Medizinisch-Technische Assistentin
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