Psychosomatische Medizin - Psychokardiologie

Die Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wird von Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen geleitet. In ihrem psychokardiologischen Schwerpunkt verfügt sie sowohl über internistisch-allgemeinmedizinische als auch über psychosomatisch-psychotherapeutische Kompetenz. Die Abteilung kann Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen bzw. Beschwerden des Herz-Kreislaufsystems und ihren Angehörigen sowohl während der stationären Behandlung im Klinikum als auch in der psychokardiologischen Ambulanz ein Gesprächs-, Untersuchungs- und Behandlungsangebot für Herz und Seele machen. Als eine der ersten universitären Einrichtungen überhaupt verfügt die Abteilung seit Kurzem über eine eigene Station für Psychokardiologie innerhalb des Herzzentrums.

Einheit von Herz und Seele

Zusammenhänge zwischen einer Herzkrankheit und dem seelischem Befinden sind seit alters her bekannt und seit einigen Jahrzehnten auch Gegenstand intensiver Forschungen. Seelisches Befinden wirkt sowohl über das Verhalten eines Menschen (z.B. "Frustfressen", Rauchen zum Stressabbau) als auch über Veränderungen körperlicher Regulationsprozesse (z.B. Blutdruckanstieg durch Ärger) auf das Herz ein. Depressive Menschen sind dadurch besonders gefährdet. Herzerkrankungen stellen für viele Patientinnen und Patienten und deren Angehörige eine erhebliche Belastung dar. In vielen Fällen führt dies zu psychischen (z.B. Angst, Depression) oder psychosomatischen (z.B. Herzschmerz trotz normaler Durchblutung) Beschwerden. Die Behandlung der Herzkrankheit und die Vorbeugung durch einen gesundheitsförderlichen Lebensstil betreffen damit immer den ganzen Menschen.

Die Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie versteht sich als wichtige Ergänzung der biomedizinischen Hochleistungsmedizin im Herzzentrum. Sie zählt mit ihrem Schwerpunkt Psychokardiologie wissenschaftlich zu den führenden deutschen Einrichtungen auf diesem Gebiet und ist an zahlreichen Forschungsprojekten zur Psychosomatik von Herz-Kreislauferkrankungen beteiligt.

In der Krankenversorgung stehen neben ausführlichen Arzt-Patient-Gesprächen über mögliche körperliche und seelische Krankheitsursachen und -folgen auch ein differenziertes Angebot psychometrischer Testverfahren sowie nicht invasive psychophysiologische Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Letztere erlauben z.B. eine ausführliche Untersuchung der individuellen Stressanfälligkeit des Herz-Kreislaufsystems.

In Abhängigkeit vom Untersuchungsergebnis kann je nach Einzelfall z.B. eine stationäre Behandlung auf der psychokardiologischen Station 2024 oder auf der allgemeinen psychosomatisch-psychotherapeutischen Bettenstation, ein Behandlungsangebot in der Poliklinik, eine Begleitung vor und nach Herztransplantation oder eine Beratung zur Krankheitsbewältigung bzw. Nutzung externer Behandlungsangebote (z.B. psychokardiologische Rehabilitation, ambulante Entspannungstrainings, Herzgruppen, Psychotherapie) angeboten werden.

Das stationäre psychokardiologische Behandlungsangebot auf der Station 2024 beinhaltet neben körpermedizinischer Versorgung mit allen technischen Mitteln des Herzzentrums eine intensive psychosomatische Diagnostik und Behandlung. Diese umfasst u.a. therapeutische Einzel- und Gruppengespräche, Kunsttherapie, Stressdiagnostik und Entspannungsübungen. Daneben kommen körpertherapeutische Angebote zur allgemeinen körperlichen Aktivierung, zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und für ein auf die konkrete Krankheitssituation abgestimmtes körperliches Training zur Anwendung. 

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