Presseinformationen

Presseinformation Nr. 10 vom 07. September 2010

Spenden helfen Sulayman

Der 9-jährige Sulayman Manneh aus Gambia wurde von den Kinderherzchirurgen des Herzzentrums der UMG erfolgreich am Herzen operiert. Im Oktober kehrt er mit seiner Familie zurück in die Heimat.


(umg) Sulayman kann wieder lachen. Er hat die fünfstündige Operation im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen gut überstanden. Sulayman Manneh litt an einem Herzklappenfehler der linken Herzkammer. Da es sich um eine schwerwiegende Herzkrankheit handelt, konnte die Operation in seiner Heimat Gambia nicht durchgeführt werden. Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Schwerpunktprofessor für Kinderherzchirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen, hat den Eingriff erfolgreich durchgeführt. Sulayman wurde bereits vier Tage nach seiner Herz-OP am 23. August 2010 wieder auf die Normalstation verlegt und befindet sich auf dem Weg der Genesung. Finanziert wurde der chirurgische Eingriff durch Spendengelder in Höhe von 40.000 Euro. Gesammelt hat sie der Drehorgelspieler Jürgen Wendland aus Kassel mit seinem privaten Engagement.

Gruppenbild Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Jürgen Wendland, Sulayman Manneh mit seinem Vater Buba S. Manneh, Prof. Dr. Thomas Paul   Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski erläu-tert die Operation
Links: Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Jürgen Wendland, Sulayman Manneh mit seinem Vater Buba S. Manneh, Prof. Dr. Thomas Paul. Foto: umg
Rechts: Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski erläutert die Operation. Foto: umg

Vier Monate lang hat Jürgen Wendland gebraucht, um 40.000 Euro Spendengelder für die Operation von Sulayman Manneh zu sammeln. Seit einem Afrikabesuch 1995 setzt sich Jürgen Wendland immer wieder mit Spendenaktionen und Hilfsprojekten für afrikanische Kinder und Familien in Gambia ein. Die Organisationen "Ein Herz für Kinder", die "Siegfried-Naumann-Stiftung" sowie die "Meisel-Stiftung" haben großzügige Beträge für die Herz-OP von Sulayman gespendet. "Ich möchte aber auch den vielen Spendern kleinerer Beträge danken. Auch diese Spenden haben weitergeholfen. Wir müssen endlich begreifen, dass es so etwas wie eine Dritte Welt nicht gibt. Wir leben alle in einer Welt und da ist es schön, wenn man sich gegenseitig helfen kann", sagt Jürgen Wendland.

Sulaymans Krankheitsbild

"Bei dem Krankheitsbild von Sulayman handelt es sich um eine so genannte hochgradige Insuffizienz der Mitralklappe des Herzens - einer 'Schlussunfähigkeit' oder auch 'Undichtigkeit' der Mitralklappe des Herzens", sagt Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Abteilung Pädiatrie III mit Schwerpunkt Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin. Die Mitralklappe reguliert den Blutfluss zwischen der linken Vorkammer und der linken Hauptkammer des Herzens. Bei einer Undichtigkeit zwischen diesen beiden Kammern des Herzens erhöht sich der Druck im Herzvorhof. Das kann dazu führen, dass sich das Herz, wie bei Sulayman, vergrößert. Verursacht wurde die Herzinsuffizienz durch ein rheumatisches Fieber. Die Diagnose wurde bereits im Royal Victoria Teaching Hospital in seiner Heimatstadt Banjul in Gambia gestellt.

Fünf Stunden hat Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski operiert und dabei die Mitralklappe mit dem Einsatz von industriell gefertigten Sehnenfäden rekonstruiert. Dazu wurde die Herzklappe mit acht solcher Sehnenfäden verkleinert. Dies hat zu einer besseren Schließfähigkeit des Muskels geführt. "Nach der Operation weist die Herzklappe von Sulayman eine fast 100 prozentige Schließfähigkeit auf. Es besteht nur noch eine leichte Durchlässigkeit, die die Abläufe des Herzens aber nicht beeinflusst. Wir haben die OP zur richtigen Zeit durchgeführt. Sulaymans Herz hat jetzt wieder eine gute Leistungsfähigkeit", sagt Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski.

Sulaymans Vater Buba S. Manneh ist allen Spendern und den behandelnden Ärzten sehr dankbar. "Durch die Krankheit meines Sohnes habe ich meinen Job verloren. Aber ich bin der glücklichste Mann der Welt. Hauptsache meinem Sohn geht es wieder gut. Wenn ich wieder in Gambia bin, suche ich mir eben einen neuen Job. Ich habe einen Führerschein. Dann kann ich Taxifahrer werden", sagt Buba S. Manneh.

Im Oktober kehrt Sulayman Manneh mit seinem Vater wieder in seine Heimat Gambia zurück.


WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Päd. III mit Schwerpunkt Kinderheilkunde und Intensivmedizin
Direktor: Prof. Dr. Thomas Paul, Telefon 0551-39-6203
tpaul@gwdg.de

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie – Schwerpunktprofessur Kinderherzchirurgie
Prof. Dr. Wolfgang Ruschewski, Telefon 0551-39-6004
wrusch@med.uni-goettingen.de



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